Homberg, im Dezember 2015
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu.

Ein Jahr, von welchem sicher insbesondere die unangenehmen Erinnerungen haften bleiben werden.
Erinnerungen an Katastrophen, an Terror und menschliche Tragödien.

Ich denke hier an den bewusst herbei geführten Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine im März, bei dem 150 Menschen, darunter viele Bundesbürger, ihr Leben lassen mussten und der gerade die Menschen im Westerwald aus bekannten Gründen zutiefst betroffen machte.

Ich denke an die Terroranschläge in Paris vom Januar und November diesen Jahres, die uns brutal aufgezeigt haben, dass der Terrorismus sich nicht nur weit entfernt in den USA sondern auch direkt vor unserer Haustür abspielen kann.
Die Gewissheit, dass die Attentäter von Paris sich auch in Deutschland bewegten und sogar ein Fußballländerspiel abgesagt werden musste, weil konkrete Hinweise auf einen Terroranschlag vorlagen, macht Angst.

Ich denke an die Menschen, welche aus Kriegsregionen auf der ganzen Welt auf der Flucht sind und insbesondere auch unser Land vor eine nicht gekannte Herausforderung stellen.
Eine Herausforderung, wie es sie seit Ende des 2. Weltkrieges wohl kaum gegeben hat.

Gerade diese Herausforderung gilt es anzunehmen, jetzt und in Zukunft.

Man mag geteilter Meinung darüber sein, „ob wir das schaffen“.
Man sollte seine Meinung auch äußern dürfen, doch ganz bestimmt nicht auf hetzerische, hasserfüllte und menschenverachtende Art.
Sorge, Angst und Bedenken sind natürlich und müssen ernst genommen werden.

Menschenfreundlichkeit und christliche Nächstenliebe gebieten uns denjenigen zu helfen, die sich in Not befinden.
Vorurteile sind da fehl am Platz, auch wenn die Dimension des Ganzen sicher alle Erwartungen übertroffen hat.

Wichtig für mich ist, dass die in unserem Grundgesetz festgeschriebenen Werte geschützt und gewahrt werden.

Auch ich schaue mit gemischten Gefühlen in die Zukunft und auf das Neue Jahr.

Das hindert mich jedoch nicht daran, das mir Mögliche zu einem guten und friedvollen Miteinander beizutragen.

Ich ziehe den Hut vor allen Ehrenamtlichen, ob in der Flüchtlingshilfe oder in anderen Bereichen, ohne die Vieles in unserem Land nicht möglich gewesen wäre und nicht möglich sein wird.

Gerade die Ehrenamtlichkeit zeigt uns auf, wie ein gutes und gesundes Miteinander in der Gesellschaft funktionieren kann.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest und die Kraft, ein neues Jahr mit seinen Herausforderungen zu meistern.
Ihr/Euer Michael Gräb