Homberg, im Dezember 2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn ich rückblickend das hinter uns liegende Jahr betrachte, dann fasse ich es in folgende Worte: „Wechselbad der Gefühle“.
Im Frühjahr die Hoffnung, die Pandemie halbwegs gut überstanden zu haben.
Im Sommer ein beinahe unbeschwertes Leben.
Ein Herbst, der Schlimmes ahnen ließ.
Und nun ein Winter, der schon jetzt viele Einschränkungen mit sich bringt.

Die Diskussionen in der Bevölkerung bekommen einen immer schärfer werdenden Tonfall. Insbesondere in Bezug auf eine mögliche Impfpflicht. Gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen mehren sich.
Lassen wir nicht zu, dass dieses Virus unsere Gesellschaft spaltet!
Selbstdisziplin ist gefragt. Das sind wir uns gegenseitig schuldig.
Wir tragen nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen.
Miteinander reden, ohne vorschnell zu urteilen.
Hintergründe erfragen und versuchen zu verstehen.
Ich jedenfalls bin mir meiner Verantwortung bewusst – gegenüber meiner Familie, meinen Freunden und meinem Umfeld.

Wir haben in 2021 auf Vieles verzichten müssen. Unseren „Bunten Abend“, unser traditionelles Brunnenfest, den vor allem bei unseren Seniorinnen und Senioren beliebten Dorfkaffe, das „Vater-Kind-Zelten“, die Seniorenweihnachtsfeier, unseren kleinen urigen Weihnachtsmarkt und einiges mehr.

Damit dies nicht wieder so wird, bedarf es einiger Anstrengung und auch des Verzichts auf in der Vorweihnachtszeit liebgewonnene Anlässe.

Über alledem sollten wir aber die positiven Dinge nicht vergessen, die wir in diesem Jahr erlebt haben. Unter anderem waren dies unser „Outdoor-Gottesdienst“ an Himmelfahrt bei wunderschönem Wetter, die Jahreshauptversammlung des DVV mit einem bewegenden Führungswechsel, das kleine Weinfest im September, das Oktoberfest, verschiedene kleine Einsätze am Dorfplatz, Säuberungsaktionen im Ort und nicht zuletzt den Nikolaus, der sich über einen großen Zuspruch unserer Kleinsten erfreuen konnte.

Und immer war hierbei die Sehnsucht nach einer Normalität zu spüren. Nach Geselligkeit, einem einfachen Händedruck, einer Umarmung.
Die Rückkehr in ein „normales“ Leben wird nicht einfach so geschehen.
Vieles ist zur Gewohnheit geworden. Das Tragen von Masken, Abstand halten zum Beispiel.
Das gesellschaftliche Leben wird man neu beleben müssen. Es darf nicht soweit kommen, dass man den Ausfall von den erwähnten Aktivitäten als normal empfindet.
Vielmehr sollten wir uns erinnern an die schönen Momente und darauf hoffen und daran mitwirken, dass diese wiederkehren.

Zu unserem kommunalen Leben möchte ich auch noch einige Worte verlieren:

Der Gemeinderat traf sich zu 8 Sitzungen (48 Tagesordnungspunkte, 12 Stunden zusammen).
Ein dickes Dankeschön an unsere Gemeinderätin- und Räte für die Zeit, die sie ehrenamtlich investieren und an die Familien, die dies mittragen.
Der gewichtigste Punkt in den Besprechungen war sicher die Zukunft der Kita Rehe, deren gebäudliche Anlagen nun im Eigentum (Erbpachtvertrag) der Ortsgemeinde Rehe stehen und gemäß Zweckvereinbarung von den Ortsgemeinden Rehe, Homberg und Waigandshain unterhalten werden müssen. Dies betrifft auch die in naher Zukunft erforderlichen Umbau/Ausbau/Sanierungsmaßnahmen. Für unsere kleine Gemeinde mit ihrem „schmalen Haushalt“ bedeutet dies eine große Kraftanstrengung.

Unser Neubaugebiet bekommt Zuwachs. Bis auf zwei Bauplätze im mittleren Bereich wurden mittlerweile alle Plätze verkauft und werden wohl auch in absehbarer Zeit bebaut sein.
Überhaupt kann man zurzeit eine lebhafte Bautätigkeit im Ort beobachten.
Da wir in 2021 einige Zuzüge und Neugeborene zu verzeichnen haben, werden wir Ende des Jahres einen Rekordstand an Einwohnern haben. Die für uns magische Grenze von 200 Einwohnern ist in Sichtweite.

Das Landschaftsbild im Hohen Westerwald hat ein neues Gesicht bekommen. Noch ist es nicht soweit, dass wir das „wald“ im Wort „Westerwald“ durch ein anderes ersetzen müssen, doch es ist schon erschreckend, was der Borkenkäfer angerichtet hat.
Da wir in unserer Gemarkung nur kleinere Fichtenbestände haben, sind wir von der optischen Veränderung nicht so stark betroffen wie andere Regionen.
Es ist sicher auch eine Folge des Klimawandels, die wir hier sehen. Diesem Thema wird nun endlich die Beachtung geschenkt, welche wir über Jahre vernachlässigt haben.
Dass wir alle etwas zum Schutz unseres Klimas beitragen müssen und auch können, dürfte mittlerweile allen klargeworden sein. Es ist unsere Aufgabe, den Lebensraum für unsere Kinder, Enkel und Nachkommen zu erhalten.

Worte des Dankes möchte ich an die Ehrenamtlichen richten. An diejenigen, die sich unentgeltlich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen. Bei denen, die mithelfen, unseren Dorfplatz nach den Vorgaben zu gestalten, Einrichtungen am Spielplatz reparieren, unser Dorfbild durch Arbeitseinsätze verschönern und bei Säuberungsaktionen die Landschaft entrümpeln. Bedanken möchte ich mich auch bei unserer Chronistin, die das Leben in unserem Ort für die Nachwelt festhält, und bei den „Admins“ unserer Homepage, die zur Dokumentation des aktuellen Geschehens beitragen.

Ein Dankeschön auch an unsere Gemeindebediensteten, die Spielplatz, Friedhof, DGH und dörfliche Anlagen vorbildlich in Ordnung halten und darüber hinaus auch Reparaturarbeiten ausführen.

Gleiches gilt für den Winterdienst, den wir im letzten Winter erstmals mit eigenen Fahrern und eigenem Radlader durchführen konnten. Das hat hervorragend funktioniert und im letzten Winter zudem gegenüber einem extern vergebenen Winterdienst ca. 7.000 € (!!) eingespart.

Ein ganz großes Lob und Kompliment geht an unsere junge Generation. Unsere jungen Leute pflegen eine tolle Gemeinschaft und bringen sich mit Begeisterung und Elan im Dorfleben ein. Höhepunkt ihres Engagements war sicher die spontane Hilfe an der Ahr, die alle Wertschätzung verdient, was Motivation, Organisation und Durchführung betrifft.

Es bewegt sich etwas. Und ich bin der Meinung, dass die junge Generation schon jetzt gezeigt hat, dass sie es können.
Einmal möchte ich persönlich werden. Es passt zum Stichwort Generation.
An der Spitze des Dorfverschönerungsvereins fand ein Generationenwechsel statt.
Gerhard, der das Amt des 1. Vorsitzenden über weit mehr als drei Jahrzehnte ausübte, hat den Vorsitz übergeben. Neuer 1. Vorsitzender ist nun Christoph Weyel, einer aus der jungen Generation.
Es war eine bewegende Jahreshauptversammlung, in welcher der Wechsel vollzogen wurde.

Es scheint uns gelungen zu sein, unseren jungen Leute „mitzunehmen“. Ob Gemeinderat oder Vorstand DVV – in beiden Besetzungen fand eine bemerkenswerte Verjüngung statt.
Behaltet den Elan und die Begeisterung bei, mit der ihr begonnen habt!

Ich wünsche uns allen auch in Zukunft Zusammenhalt, ein gutes Miteinander und Verständnis füreinander.

Auch im Namen des Gemeinderates wünsche ich Euch/Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Ihr/Euer

Michael Gräb, Ortsbürgermeister